Ausstellung  Helga Essert-Lehn im Aschingerhaus Oberderdingen (Mi-So 14-17 Uhr)

Allesdurchdringung: Malerei, Objekte, Zeichnung (10.Sept.- 15. Oktober 2017)



Der Körper wiederholt die Landschaft. Sie sind eines die Quelle des anderen und sie erschaffen einander. Wir sind vom jahreszeitlichen Körper der Erde gezeichnet von den Wanderungen der Völker, von der geschwinden Wende eines Jahrhunderts, die an einen Wandel grenzen, wie er noch nie zuvor auf diesem grünenden Planeten erfahren wurde."

Mendel le Sueur, „ The Ancient People and the Newly Come"    

 

Helga Essert-Lehn

Über sich selbst sagt die Künstlerin Helga Essert-Lehn, dass ihre Arbeiten aus Begegnungen entstehen. Begegnungen mit Dingen, Landschaften und Begegnungen mit Menschen - sie alle erzählen etwas. Diese Geschichten prägen ihre Arbeit und durch sie stellt sie sich die Frage, was zuerst da war: die Erzählung selbst oder der Blick der Künstlerin? Holz und Stein in ihren Händen haltend entdeckt Helga Essert-Lehn sofort deren Wesen und findet im Arbeiten mit dem Material dessen Sinn und Geschichte. Ab diesem Zeitpunkt interessiert die Künstlerin nur noch, wie Form und Oberfläche miteinander korrespondieren. Sie nimmt Material weg und fügt auch fremdes hinzu. Dabei erhält das entstehende Objekt seine Form im Prozess des Arbeitens. Ähnlich verhält es sich mit den Malereien und Zeichnungen von Helga Essert-Lehn, auch sie geben im Entstehungsprozess nach und nach ihre Geschichten an sie frei und enden mit der Vollendung des Kunstwerks nicht, sondern entfalten und verändern sich stetig durch den Betrachter, der im Schauen seine eigenen Geschichten entdeckt.

Sabine Peters M.A.


 

21. - 22. Juli 2017 Sommertage im Aschingerhaus

Am 21. und 22. Juli 2017 fanden die ersten Veranstaltungen im von der Gemeinde neugestalteten Innenhof des Aschingerhauses statt. Das Kulturdreieck bewirtete am Freitag und Samstag.

Am Freitag war die Gruppe „The Beez“ aus Berlin zu Gast. Rob Rayner an der Gitarre, Deta Rayner am Akkordeon, Annette Kluge am Schlagzeug und Peter D’Elia am Banjo/Gitarre entführten die Zuhörer auf eine Reise durch die internationale Folklore, die allerdings nicht unbedingt ernst , sondern gehörig auf die Schippe genommen wurde. Klänge der Taiga waren ebenso vertreten wie Bluegrass und Hillbilly. Lieder aus Rob Rayners Heimat Australien, wo die Band den europäischen Winter über tourt, durften ebensowenig fehlen wie Rockversionen einzelner Folksongs. Insgesamt war es eine Musik, die an einem lauen Sommerabend Freude verbreitete und zum Mitklatschen einlud.


The Beez im Innenhof des Aschingerhauses am 21. Juli 2017



Am Samstag gab es Gelegenheit, eine Auswahl historischer Fotografien zum Thema Sommer in Oberderdingen aus den Beständen des Heimatkreises zu betrachten. Einzelne Besucher konnten sich als Kleinkinder darauf wiedererkennen. Mit Kaffee und Kuchen war das Aschingerhaus noch schöner.

 Neben einem Kunstworkshop mit Sybille Burrer und Ingrid Brütsch fand am Spätnachmittag eine Dichterlesung des Autorenteams DichterAmWort aus Karlsruhe statt. Obwohl als Gruppe auftretend, präsentierte doch jeder der drei Schriftsteller eine individuell stark markierte Sicht auf die Welt, sodass drei unterschiedliche literarische Stimmen hörbar wurden. Birgit Jennerjahn-Hakenes hat ihren Schwerpunkt im Narrativen, wie es eindrucksvoll in der Kurzgeschichte „Die Nacht ist nicht mein Tag“ deutlich wurde. Ihr literarisches Ich bewegt sich zwischen mitfühlender Ironie und beißendem Sarkasmus, um ihr Leiden am Zustand der Welt auszudrücken. Monika Miller ist dagegen eine Meisterin der kurzen Form und stellt in ihren verdichteten Texten ausgehend von der Natur und deren Farbenpracht Reflexionen über sich selbst an, in denen Grundfragen menschlicher Existenz sprachlich geschickt hin- und hergewendet werden. Norbert Willimskys Passagen bleiben in Erinnerung wegen der exakten Beobachtung alltäglicher Begebenheiten wie in „Parallelwelten“ und der scharfsinnigen Analyse, die diesen Beobachtungen folgen. Die Lesungen wurden von Jürgen Miller auf dem Saxophon mit Jazzklassikern gekonnt umrahmt.         

 


                                         Jürgen Miller                                  DichterAmWort